
Industriestrategie Österreich 2035 – Bedeutung für die steirische Automatisierungsbranche
Mit der Industriestrategie Österreich 2035 legt die Bundesregierung erstmals einen langfristigen industriepolitischen Rahmen vor, um den Produktionsstandort zu stärken, die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und Österreich bis 2035 unter die Top‑10 der weltweit wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaften zu bringen.
Im Zentrum stehen 9 Schlüsseltechnologien, darunter fortgeschrittene Produktionstechnologien und Robotik, Künstliche Intelligenz, Chips & Elektronische Systeme sowie Energie‑ und Umwelttechnologien – allesamt Bereiche mit direkter Relevanz für die Automatisierungstechnik.
Automatisierungstechnik als Kern der industriellen Transformation
Die Strategie erkennt Automatisierung, Robotik und KI explizit als Treiber von Produktivität, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit. Moderne Produktionstechnologien werden als Schlüssel zur Neu‑Industrialisierung Österreichs definiert.
Wesentliche Auswirkungen:
- Starker Ausbau von Produktions‑ und Robotiktechnologien mit 2,6 Mrd. € an Fördermitteln im FTI‑Pakt bis 2029 – ein direktes Investitionssignal für Automatisierungslösungen, Maschinenbau und Digitalisierungspionier:innen in der Industrie.
- Regulatorische Sandboxes ermöglichen Testumgebungen für KI‑gestützte Qualitätskontrolle, digitale Fabriken oder neue Automatisierungsanwendungen – besonders relevant für innovative steirische KMU.
- KI, Dateninnovation und Chips werden als Voraussetzung für vernetzte, autonome industrielle Systeme verankert und stärken damit das gesamte Ökosystem der Automatisierung.
Damit wird Automatisierung erstmals systematisch als strategischer Zukunftsbereich für Österreich positioniert.
Fachkräfte & Lehre – entscheidend für Automatisierungskompetenz
Um die Anforderungen zunehmend software‑ und datengesteuerter Automatisierung zu erfüllen, setzt die Strategie große Schwerpunkte auf Qualifizierung:
- Neue Lehrberufe je Schlüsseltechnologie (u. a. Digitalisierung, Robotik, KI) bis 2035.
- Stärkere MINT‑Ausbildungen, modernisierte HTL‑Lehrpläne, KI‑Kompetenzen in allen Schulstufen.
- Qualifizierungsoffensive für Beschäftigte – wichtig für Betriebe, die bestehende Teams in Automatisierung weiterentwickeln müssen.
Für die steirische Industrie – geprägt von Automobilzulieferern, Maschinenbau, Elektronik und Forschung – bedeutet das: Bessere Verfügbarkeit spezialisierter Talente in Automatisierung und Digitalisierung.
Energie, Infrastruktur & Standort – zentrale Rahmenbedingungen für Automatisierung
Automatisierungstechnik ist stark abhängig von energieeffizienten, digital vernetzten und stabilen Produktionsumgebungen.
Die Strategie bringt dazu zentrale Änderungen:
- Industriestrompreis ab 2027 zur Entlastung energieintensiver Bereiche wie Automobil‑, Metall‑ und Fertigungsindustrie.
- Beschleunigter Ausbau erneuerbarer Energien, Speicher und Netzinfrastruktur – relevant für den Betrieb digitalisierter High‑Tech‑Produktionsanlagen.
- Breitbandausbau, 5G und digitaler Tiefbauatlas – Grundlage für IoT‑basierte Produktion und vernetzte Systeme.
- Österreich als Modellregion für automatisierte Mobilität – stärkt auch die steirische Automotive‑Industrie mit ihren Produktions- und Prüftechnologien.
Gerade in der Steiermark, wo viele Hidden Champions in Elektronik, Fahrzeugtechnik und Automatisierungsdienstleistungen tätig sind, erhöhen diese Maßnahmen die Standortattraktivität.
Chancen für die Steiermark – ein Standort mit besonderen Vorteilen
Die Steiermark profitiert mehrfach von der Industriestrategie:
Starke Forschung & Clusterlandschaft
Die Region gehört zu den forschungsintensivsten in Österreich mit dem Fokus auf:
- Robotik und Automatisierung
- KI
- Mobilitätstechnologien
- Halbleiter
werden bestehende steirische Stärkefelder weiter ausgebaut und neue Förderprogramme für Cluster, Startups und Leitbetriebe relevant.
Relevanz für Automotive & Mobilität
Die steirische Automobilzulieferindustrie zählt zu den leistungsstärksten in Europa. Themen wie:
- automatisierte Mobilität
- emissionsfreie Technologien
- Test‑ und Prüfzentren
sind explizite Bestandteile der Strategie und bringen zusätzliche Chancen für regionale Unternehmen.
Maschinenbau & Automatisierung als Wachstumsmotor
Der Maschinen‑ und Anlagenbau – stark im Zentralraum und Süden der Steiermark – wird durch Investitionen in:
- fortgeschrittene Fertigungstechnologien
- Robotik
- KI in der Produktion
direkt gestärkt.
Höhere Resilienz bei Rohstoffen
Da viele steirische Industriezweige (Metall, Werkstoffe, Elektronik) globalen Rohstoffketten ausgesetzt sind, wirken sich neue Maßnahmen zu Recycling, Sekundärrohstoffen und sicheren Lieferketten stabilisierend aus.
Fazit
Die Industriestrategie 2035 ist ein starkes Signal an die österreichische Industrie – und insbesondere an Automatisierungsunternehmen. Mit klar definierten Schlüsseltechnologien, massiven Investitionen und verbesserten Standortbedingungen schafft sie einen Rahmen, der die industrielle Transformation beschleunigt und High‑Tech‑Regionen wie die Steiermark langfristig stärkt.
Für die Automatisierungstechnik bedeutet das: Mehr Investitionen, bessere Infrastruktur, gezielte Talente, neue Märkte – und ein politisch klarer Rückenwind bis 2035.
