M&H im Interview: Innovationskraft in der Metallfertigung

Mit M&H CNC Technik begrüßen wir ein innovatives Unternehmen im Bereich der additiven Metallfertigung als neues Mitglied unserer Plattform Automatisierungstechnik. Der High-End-Fertiger aus Ilz deckt die gesamte Prozesskette von der Entwicklung bis zur zertifizierten Qualitätssicherung ab und zählt zu den technologischen Vorreitern in Österreich.

Wir freuen uns sehr über den Beitritt von M&H und blicken einer erfolgreichen Zusammenarbeit entgegen. Im folgenden Interview gibt das Unternehmen Einblicke in seine Schwerpunkte, seine Verbindung zur Automatisierungstechnik und seine Sicht auf die zukünftige Entwicklung der Branche.

Bitte beschreiben Sie Ihr Unternehmen in ein paar Sätzen. In welchen Bereichen sind Sie tätig?

„M&H ist ein High-End-Fertiger mit klarer Spezialisierung auf additive Metallfertigung in Kombination mit präziser CNC-Zerspanung. Wir beherrschen die komplette Prozesskette – von Engineering und Topologieoptimierung über 3D-Metalldruck, Wärmebehandlung und CNC-Bearbeitung bis hin zu zertifizierter Qualitätssicherung. Alles inhouse.

Wir arbeiten für anspruchsvolle Branchen wie Formel 1, Aerospace, Defence, Medizintechnik und Energy. Unser Fokus liegt auf komplexen, hochbelasteten Bauteilen aus Hochleistungswerkstoffen.

Verarbeitet werden bei uns die nickelbasierten Hochtemperatur-Superlegierungen Inconel 718 sowie Inconel 625, Titan, Aluminium, Scalmalloy (hochfeste Aluminium-Magnesium-Scandium-Legierung, u. a. Airbus-freigegeben), Edelstahl sowie Aviation- und F1-freigegebene SLM-Sonderlegierungen mit kundenspezifischen Materialparametern. Wir entwickeln eigene Prozessparameter, um bei diesen Werkstoffen reproduzierbare Serienqualität auf industriellem Niveau sicherzustellen.“

Wo liegen Ihre Berührungspunkte mit der Automatisierungstechnik?

„Wir betreiben sechs industrielle 3D-Metalldrucker von SLM, darunter zwei SLM 800 mit großem Bauvolumen. Die Bauprozesse laufen softwaregesteuert, überwacht und reproduzierbar. Hinzu kommen automatisierte Entpulverungssysteme, definierte Wärmebehandlungsprozesse, Strahlanlagen und Gleitschleifanlagen – alles integriert in eine durchgängige Prozesskette.

In der CNC-Zerspanung arbeiten wir mit hochautomatisierten 5-Achs-Zentren und Palettenwechselsystemen. Das ermöglicht uns Serienfähigkeit bei komplexen Geometrien – nicht nur Einzelteile.

Auch in der Qualitätssicherung ist Automatisierung entscheidend: 5-Achs-Messtechnik, 3D-Scan, Laserscanner und vollständige Traceability sind Standard, gerade für Aerospace- und Defence-Projekte.“

Wie sehen Sie die Zukunft der Automatisierungstechnik?

„Automatisierung wird sich von einzelnen Maschinenlösungen hin zu vollständig vernetzten Prozessketten entwickeln. Additive Fertigung, CNC, Robotik, Messtechnik und Software werden nicht mehr getrennt gedacht, sondern als integriertes System. Wer das beherrscht, wird skalieren können. Wer es nicht beherrscht, wird zum Nischenanbieter.

Ein zweiter Punkt ist Datenintelligenz. Prozessdaten werden künftig in Echtzeit ausgewertet, Abweichungen – wohl auch mit Hilfe von KI – automatisch korrigiert, Qualität wird nicht nur geprüft, sondern vorhergesagt. Das erhöht Geschwindigkeit und Sicherheit – vor allem in regulierten Branchen wie Aerospace oder Medizintechnik.“

Was ist das Besondere an Ihrem Unternehmen, wie heben Sie sich von der Konkurrenz ab?

„Wir kombinieren additive Fertigung und Zerspanung integriert, zertifiziert und auf Serienniveau. Von der Bauteilentwicklung über eigene Prozessparameter im 3D-Druck bis zur vollintegrierten CNC-Endbearbeitung und sauber dokumentierten Qualitätssicherung bleibt alles bei uns im Haus. Die Kombination aus 3D-Metalldruck und CNC in dieser Größenordnung und Flexibilität ist in Österreich einzigartig.

Auch im Engineering sind wir stark: Wir optimieren Bauteile auf Gewicht, Festigkeit und Funktionsintegration. Wir denken nicht in Druckjobs, sondern in Bauteilen, die im Feld funktionieren – und zwar reproduzierbar.“

Welches Ihrer Projekte/Produkte sticht für Sie besonders hervor?

„Besonders hervorzuheben sind unsere Hochleistungsbauteile aus Inconel 718 für Aerospace- oder Rennsport-Anwendungen. Dort geht es um extreme thermische und mechanische Belastungen wie hohe Temperaturen, Druck, Vibration. Wenn solche Komponenten serienfähig funktionieren, zeigt das die Leistungsfähigkeit unserer gesamten Prozesskette.

Darüber hinaus verfügen wir über die gewerberechtliche Berechtigung zur Herstellung von Waffenteilen. Das ist kein Marketingthema, sondern Ausdruck unserer technischen Kompetenz und regulatorischen Zuverlässigkeit. In diesem Bereich gelten besonders hohe Anforderungen an Präzision, Dokumentation und Prozesssicherheit.“

Wieso haben Sie sich dazu entschieden, Mitglied der Plattform Automatisierungstechnik zu werden? Was erwarten Sie sich davon?

„Wenn wir in Österreich technologisch vorne bleiben wollen, müssen wir Kompetenzen bündeln. Genau dafür ist so eine Plattform da.“

Fact Box

  • Gründungsjahr: 2002
  • Anzahl Mitarbeiter:innen: 35
  • Unternehmensschwerpunkte: Additive Fertigung
  • Standorte: Ilz

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