
Cybersecurity als Erfolgsfaktor der Automatisierung
Mit der fortschreitenden Digitalisierung und Vernetzung industrieller Prozesse rückt das Thema Cybersecurity zunehmend in den Mittelpunkt der Automatisierungstechnik. Mit BrightFlare verstärkt nun ein neuer Player im AT STYRIA Netzwerk diese wichtige Perspektive: Das Grazer Unternehmen hat sich auf die Absicherung von IT- und OT-Umgebungen spezialisiert und unterstützt Betriebe dabei, ihre Systeme resilient und zukunftsfähig zu gestalten. Im Interview gibt CEO Markus Seme Einblicke in Automatisierung und Sicherheit, zeigt die wachsende Bedeutung von OT-Security auf und erläutert, welchen Beitrag das Unternehmen innerhalb des Netzwerks leisten möchte.
BrightFlare CEO Markus Seme im Interview
Bitte beschreiben Sie Ihr Unternehmen in ein paar Sätzen. In welchen Bereichen sind Sie tätig?
„BrightFlare ist ein österreichischer Cybersecurity-Provider mit Hauptsitz in Graz. Wir unterstützen Unternehmen dabei, ihre IT- und OT-Landschaften resilient, sicher und zukunftsfähig zu gestalten – von der strategischen Beratung über Architektur, Integration und Betrieb bis hin zu Awareness und Security Testing. Unser Fokus liegt auf ganzheitlicher Cybersecurity für industrielle Umgebungen, kritische Infrastrukturen und moderne Unternehmens-IT. Dazu zählen unter anderem OT-Security, IT-Security, Secure Remote Access, Asset- und Vulnerability-Management, Security Operations sowie regulatorische Themen wie NIS2, CRA und IEC 6244.”
Wo liegen Ihre Berührungspunkte mit der Automatisierungstechnik?
„Unsere Berührungspunkte mit der Automatisierungstechnik liegen vor allem im Bereich OT-Security. Automatisierte Produktionsumgebungen, industrielle Steuerungssysteme, Maschinen, Anlagen und kritische Infrastrukturen sind heute zunehmend vernetzt – und damit auch stärker Cyberrisiken ausgesetzt. Genau hier unterstützen wir Unternehmen dabei, ihre OT-Umgebungen sicher zu gestalten.
Wir beschäftigen uns unter anderem mit OT-Sicherheitsanalysen, Netzwerksegmentierung, Architekturberatung, sicherem Fernzugriff, Asset- und Schwachstellenmanagement sowie der Umsetzung regulatorischer Anforderungen. Dabei ist uns besonders wichtig, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht isoliert betrachtet werden, sondern praxistauglich in bestehende Produktions- und Automatisierungsumgebungen integriert werden.“
Wie sehen Sie die Zukunft der Automatisierungstechnik?
„Die Zukunft der Automatisierungstechnik wird stark von Digitalisierung, Vernetzung und datengetriebenen Prozessen geprägt sein. Produktionsanlagen, Maschinen und Steuerungssysteme werden immer stärker miteinander verbunden – über Standorte, Lieferketten und externe Dienstleister hinweg. Dadurch entstehen große Chancen für Effizienz, Transparenz und neue Geschäftsmodelle, aber auch neue Anforderungen an Sicherheit und Resilienz.
Aus unserer Sicht wird Cybersecurity in der OT daher zu einem zentralen Erfolgsfaktor der Automatisierungstechnik. Sicherheit muss künftig von Beginn an mitgedacht werden – in der Architektur, bei Fernzugriffen, in der Segmentierung, im Monitoring und im laufenden Betrieb. Unternehmen, die ihre Automatisierungsumgebungen transparent kennen, Risiken laufend bewerten und Zugriffe konsequent kontrollieren, werden langfristig stabiler, widerstandsfähiger und handlungsfähiger sein.“
Was ist das Besondere an Ihrem Unternehmen, wie heben Sie sich von der Konkurrenz ab?
„BrightFlare verbindet ganzheitliche Cybersecurity mit lokaler Nähe und hoher Umsetzungsgeschwindigkeit. Wir betrachten Security nicht als Einzelmaßnahme, sondern als Zusammenspiel aus Strategie, Technologie, Integration, Betrieb und Awareness. Gerade im OT-Umfeld ist dieser ganzheitliche Blick entscheidend, weil Sicherheitsmaßnahmen nicht nur technisch richtig, sondern auch mit Produktionsprozessen, Verfügbarkeitsanforderungen und bestehenden Anlagen kompatibel sein müssen.
Ein weiterer Unterschied zu vielen anderen Cybersecurity-Unternehmen ist unsere Umsetzungsstärke und Erfahrung: Unser Team bringt jahrelange Expertise aus Industrie, Produktion, kritischer Infrastruktur und internationalen Technologieprojekten mit. Gleichzeitig sind wir als österreichischer Partner nahe an unseren Kund:innen, schnell erreichbar und in der Lage, pragmatisch und lösungsorientiert umzusetzen. Wir verbinden also die Geschwindigkeit und persönliche Betreuung eines lokalen Partners mit der fachlichen Tiefe eines erfahrenen Cybersecurity-Teams.“
Welches Ihrer Projekte/Produkte sticht für Sie besonders hervor?
„Im OT-Bereich stechen für uns besonders zwei Themen hervor: Asset- und Vulnerability-Management sowie Remote Privileged Access Management, kurz rPAM.
Asset- und Vulnerability-Management ist im OT-Umfeld besonders relevant, weil viele Unternehmen zunächst vollständige Transparenz über ihre Produktionsumgebung benötigen: Welche Systeme, Maschinen, Komponenten und Softwarestände sind tatsächlich vorhanden? Welche Schwachstellen bestehen? Welche Risiken sind kritisch für den laufenden Betrieb? Erst auf dieser Grundlage lassen sich Sicherheitsmaßnahmen gezielt priorisieren.
Ebenso wichtig ist sicherer Fernzugriff. In automatisierten Produktionsumgebungen benötigen Hersteller, Dienstleister oder interne Support-Teams häufig Zugriff auf Maschinen und Anlagen. Klassische VPN- oder Jump-Server-Lösungen bieten dabei oft zu breite Zugriffe und zu wenig Transparenz. Mit rPAM können privilegierte Fernzugriffe auf OT-Systeme zentral gesteuert, zeitlich begrenzt, überwacht und protokolliert werden – nach dem Prinzip „Least Privilege“ und ohne unnötig große Netzwerkfreigaben. Das ist besonders relevant für OT, weil es Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und Betriebsstabilität verbindet.“
Wieso haben Sie sich dazu entschieden, Mitglied der Plattform Automatisierungstechnik zu werden? Was erwarten Sie sich davon?
„Wir haben uns für die Mitgliedschaft entschieden, weil wir den Austausch zwischen Automatisierung, Industrie und Cybersecurity aktiv fördern möchten. Besonders im Bereich OT-Security entstehen Herausforderungen an der Schnittstelle von Technologie, Produktion und Sicherheit.
Von der Plattform erwarten wir uns wertvolle Vernetzungsmöglichkeiten, fachlichen Austausch mit anderen Mitgliedern und spannende Impulse bei Veranstaltungen. Gleichzeitig möchten wir aktuelle Entwicklungen in der Automatisierungstechnik mitverfolgen und unsere Cybersecurity-Perspektive aktiv einbringen.“
Fact Box
- Gründungsjahr: 2025
- Anzahl Mitarbeiter: aktuell (Mai 2026) 20 Personen
- Unternehmensschwerpunkte: Cybersecurity Services für IT- und OT, Penetration Testing & Awareness Services
- Standorte: Graz, Österreich (Lastenstraße 11-15, 8020 Graz)
