
Vom Team-Feedback zum digitalen Zwilling: teamazing denkt Automatisierung neu
Wie gelingt es, das Wissen von Mitarbeitenden für die industrielle Zukunft nutzbar zu machen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Grazer Unternehmen teamazing. Was 2014 als Anbieter für Team- und Organisationsentwicklung begann, hat sich zu einem innovativen Softwareunternehmen entwickelt: Mit der KI-Plattform Teamo AI verbindet teamazing Unternehmensdaten mit dem Wissen und den Erfahrungen der Belegschaft. Insbesondere in Produktionsbetrieben und automatisierten Fertigungsumgebungen unterstützt die Lösung dabei, Verbesserungspotenziale sichtbar zu machen, Prozesse zu optimieren und den Weg hin zu autonomen, datengetriebenen Unternehmen zu ebnen.
Wir freuen uns, teamazing als neues Mitglied in der Plattform Automatisierungstechnik begrüßen zu dürfen und blicken mit großer Freude auf die künftige Zusammenarbeit sowie zahlreiche gemeinsame Projekte. Im Interview gibt teamazing Einblicke in seine Vision, erfolgreiche Praxisprojekte und die Beweggründe für den Beitritt zu unserem Netzwerk.
Bitte beschreiben Sie Ihr Unternehmen in ein paar Sätzen. In welchen Bereichen sind Sie tätig?
„teamazing steht für KI-gestützte Unternehmensentwicklung. 2014 in Graz gegründet, haben wir über zehn Jahre lang Organisationen mit Workshops und Teamentwicklung begleitet – heute sind wir ein Softwareunternehmen: Unsere KI-Plattform Teamo AI verbindet die Systeme eines Unternehmens mit der kollektiven Intelligenz seiner Belegschaft.“
Wo liegen Ihre Berührungspunkte mit der Automatisierungstechnik?
„Teamo AI ist für den Shopfloor entwickelt worden und unter anderem in Produktionsbetrieben mit automatisierter Fertigung im Einsatz – etwa im Werkzeugbau, Anlagenbau und in der industriellen Messtechnik.“
Wie sehen Sie die Zukunft der Automatisierungstechnik?
„Die Zukunft liegt im autonomen digitalen Zwilling eines Unternehmens – und der entsteht nur, wenn neben Maschinen- und Prozessdaten auch das Wissen und die Perspektive der Menschen digitalisiert wird. „Es gibt noch kein System, das für einen digitalen Zwilling alles abbilden kann“, sagt Martin Zeller, Geschäftsführer unseres Entwicklungspartners BASS GmbH. Wer das Know-how seiner Belegschaft sicher digitalisiert, hat im nächsten Schritt – mit Robotern, KI-Agents und autonomen Systemen – einen massiven Vorteil.“
Was ist das Besondere an Ihrem Unternehmen, wie heben Sie sich von der Konkurrenz ab?
„Das Besondere ist die breite Akzeptanz im Unternehmen: Jede Ebene einen eigenen Nutzen – Mitarbeitende werden gehört (Engagement steigt), Führungskräfte erhalten Klarheit und sparen Zeit, und die Geschäftsführung erhält täglich einen Überblick über die Stimmung und Herausforderungen im gesamten Unternehmen – samt Frühwarnungen und messbare Verbesserungen. Das belegt eine tägliche Teilnahmequote von 48 %, selbst nach mehr als einem Jahr Einsatz. Von der Konkurrenz heben wir uns außerdem durch die technische Souveränität sowie unsere Herkunft ab: über zehn Jahre Team- und Organisationsentwicklungspraxis.“
Welches Ihrer Projekte/Produkte sticht für Sie besonders hervor?
„Wie alles begann: Die BASS GmbH – Werkzeughersteller mit rund 170 Mitarbeitenden – wollte zunächst „KI zum Anfassen“ in den Betrieb holen, um Berührungsängste abzubauen und die täglichen Shopfloor-Meetings zu verbessern. Aus dem Experiment wurde ein täglicher Loop über das gesamte Unternehmen: Alle teilen ihre High- und Lowlights des Tages im Vibe Check, die KI verdichtet die Signale, und um 6 Uhr früh bekommen alle Führungskräfte ein individuelles Briefing mit Handlungsempfehlungen. Das Ergebnis: −45% Ausschuss, -11% Rüstzeit – erziehlt durch einen 350%-igen Anstieg an umgesetzten KVP-Maßnahmen. Heute läuft Teamo AI bei BASS unternehmensweit in allen 17 Teams, die Zusammenarbeit wurde um 3 Jahre verlängert.“
Wieso haben Sie sich dazu entschieden, Mitglied der Plattform Automatisierungstechnik zu werden? Was erwarten Sie sich davon?
„Weil hier jene Betriebe vernetzt sind, für die wir unsere Lösung Teamo AI gebaut haben. Wir freuen uns auf konkrete Zusammenarbeit: Pilot- und Referenzprojekte mit Produktionsbetrieben und darauf unser KI-Praxiswissen aus dem Betriebsalltag einzubringen – etwa als Impulsvortrag, Sparring oder Workshop mit und für andere Mitglieder. Gerne auch Austausch mit Forschung und Bildung sowie gemeinsame Förderprojekte.“
Fact Box
- Gründungsjahr: 2014
- Anzahl Mitarbeitende: 2
- Unternehmensschwerpunkte: KI-Plattform · Mitarbeiter-Feedback · Unternehmensentwicklung
- Standorte: Graz, Wien und München
