
ERAT 2026: Internationale Robotik-Community trifft sich in Graz und stellt Weichen für europäische Testregion
Knapp 170 Expert:innen aus Industrie, Forschung und Technologie kamen bei den fünften European Robotics and Automation Talks (ERAT) 2026 in Graz zusammen. Gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Mess-, Automatisierungs- und Robotertechnik (GMAR) haben wir als AT STYRIA damit erneut eine internationale Plattform für Austausch, Vernetzung und neue Kooperationen geschaffen. Gleichzeitig nutzten wir den Kongress, um den nächsten großen Schritt voranzutreiben: die Entwicklung einer europäischen Testregion für KI-gestützte und humanoide Robotik.
ERAT 2026: Wir bringen die internationale Robotik-Community nach Graz
Mit den European Robotics and Automation Talks (ERAT) haben wir 2026 bereits zum fünften Mal Hersteller, Systemintegratoren, Anwenderunternehmen sowie Vertreter:innen aus Forschung und Technologie in Graz zusammengebracht.
Knapp 170 Teilnehmer:innen aus Österreich und mehreren europäischen Ländern sowie Kanada und Südkorea nutzten den von AT STYRIA und GMAR veranstalteten Kongress, um sich über aktuelle Entwicklungen auszutauschen, konkrete industrielle Anwendungen kennenzulernen, neue Kontakte zu knüpfen und Kooperationen anzustoßen.
Im Mittelpunkt standen aktuelle Entwicklungen rund um Robotik, Automatisierung und künstliche Intelligenz und vor allem die Frage, wie diese Technologien erfolgreich in die industrielle Praxis gebracht werden können.
Genau darin sehen wir eine unserer zentralen Aufgaben als AT STYRIA: Kompetenzen über Unternehmens-, Branchen- und Ländergrenzen hinweg zu vernetzen und aus dem Austausch konkrete Projekte und Kooperationen entstehen zu lassen.
Von der Vernetzung zum nächsten gemeinsamen Projekt
Der ERAT ist für uns deshalb weit mehr als ein jährlicher Fachkongress. Er bietet uns die Möglichkeit, jene Partner zusammenzubringen, die wir für die nächsten Entwicklungsschritte in der Automatisierung und Robotik brauchen.
Ein besonders wichtiges Zukunftsthema haben wir in diesem Jahr erstmals im Rahmen des ERAT vorgestellt: Gemeinsam mit nationalen und internationalen Partnern wollen wir die Steiermark als europäische Testregion für KI-gestützte Robotik mit einem besonderen Schwerpunkt auf humanoiden Systemen positionieren.
Dafür formieren wir derzeit ein internationales Konsortium aus Industrie, Technologieanbietern und Forschungseinrichtungen. Ziel ist die erfolgreiche Bewerbung um ein europaweites Leitprojekt im Rahmen von Horizon Europe zur industriellen Integration KI-gestützter Robotik.
Für das Projekt stehen rund 18 Millionen Euro bereit. Die Ausschreibung öffnet Ende November 2026, der Antrag ist für Frühjahr 2027 vorgesehen. Bei erfolgreicher Förderentscheidung könnte das Projekt 2028 starten.
Ein starkes Netzwerk für eine europäische Testregion
Für eine Initiative dieser Größenordnung braucht es starke Partner. Genau hier können wir auf eines der größten Potenziale unseres Netzwerks zurückgreifen: die Kombination aus industrieller Anwendungskompetenz, Technologie-Know-how und Forschung.
Mit an Bord sind bereits Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft, darunter Joanneum Research, TU Graz, FH Campus 02, DCCS und BrightFlare. Über die Area Süd sowie Kooperationen mit GMAR, SRIP Factories of the Future in Slowenien und DITEDI in Italien soll die Initiative zudem grenzüberschreitend aufgestellt werden.
Als AT STYRIA übernehmen wir dabei eine zentrale Vernetzungsrolle: Wir bringen Unternehmen, Forschungseinrichtungen und internationale Partner zusammen, bündeln bestehende Kompetenzen und arbeiten daran, daraus konkrete industrielle Pilotprojekte zu entwickeln.
„Unternehmen, die ihre Produktion rascher an neue Produkte, kleinere Stückzahlen und fehlende Arbeitskräfte anpassen können, sichern Aufträge, Wertschöpfung und Beschäftigung. Dafür wird KI-gestützte bzw. humanoide Robotik zu einer zentralen Standortfrage. Die Steiermark verfügt über die Betriebe, die Forschung und das industrielle Wissen, um hier eine führende Rolle einzunehmen. Diese Stärke entfaltet sich, wenn aus einzelnen Kompetenzen gemeinsame Anwendungen entstehen. Wir wollen Kooperationen erzeugen, als Enabler wirken und dafür sorgen, dass neue Technologien schneller in den Betrieben ankommen“, sagt Herbert Ritter, Vorsitzender des AT Styria und Vizepräsident der WKO Steiermark.
Robotik dort testen, wo sie später eingesetzt wird
Im Zentrum der geplanten Testregion stehen zumindest drei industrielle Pilotbereiche, in denen unter anderem neue Robotik-Lösungen unter realen Produktionsbedingungen erprobt werden sollen.
Humanoide Roboter sollen beispielsweise unterschiedliche Tätigkeiten innerhalb der Fertigung übernehmen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der autonomen innerbetrieblichen Logistik, während KI-gestützte Systeme in einem dritten Bereich für Qualitätskontrolle, Inspektion und Instandhaltung erprobt werden sollen.
Unser Anspruch dabei ist klar: Neue Technologien sollen nicht im Demonstrationsstadium bleiben, sondern gemeinsam mit Unternehmen unter realen industriellen Bedingungen getestet und weiterentwickelt werden. Faktoren wie Zuverlässigkeit, Taktzeiten, Integrationsaufwand und Wirtschaftlichkeit können so frühzeitig bewertet werden, bevor Lösungen in größerem Maßstab zum Einsatz kommen.
Der ERAT als Ausgangspunkt für die nächsten Schritte
Der diesjährige ERAT hat einmal mehr gezeigt, welchen Mehrwert ein starkes Netzwerk schaffen kann. Wir haben den Kongress deshalb gezielt genutzt, um das Konsortium für die geplante Testregion weiterzuentwickeln und gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern mögliche Anwendungsfälle und Pilotstandorte zu konkretisieren.
Fachgespräche, B2B-Meetings und der internationale Austausch bilden dafür eine wichtige Basis. Denn gerade bei neuen Technologien wie KI-gestützter und humanoider Robotik braucht es die enge Zusammenarbeit zwischen jenen, die Technologien entwickeln, und jenen, die sie später in ihrer Produktion einsetzen.
Die Steiermark bietet dafür hervorragende Voraussetzungen: Mehr als 44.000 Menschen arbeiten bereits im Umfeld der Automatisierungstechnik und dem Sondermaschinenbau, die jährlich rund 6,3 Milliarden Euro Wertschöpfung erwirtschaftet.
Für uns als AT STYRIA ist die geplante Testregion daher ein konsequenter nächster Schritt: Wir wollen unsere starke regionale industrielle Basis mit internationalen Kompetenzen verbinden und dazu beitragen, dass neue Robotik-Technologien schneller den Weg in die industrielle Anwendung finden.
„Wir sehen die Chance, die Steiermark und Österreich gemeinsam mit unseren Partnern in Slowenien und Friaul sowie mit dem Kernraum AREA SÜD als starken europäischen Erprobungsraum für Robotik zu positionieren. Die Verbindungen bestehen, die Kompetenzen sind vorhanden. Jetzt führen wir sie in konkreten industriellen Projekten zusammen“, betont AT-STYRIA-Geschäftsführer Helmut Röck.
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